Galerie Kramer

„Bremen Plan“
Trude Friedrich, Peter Sauerer, Ernst Stark

(Abb.) Ernst Stark

kleinformatige Holzskulpturen
17.09 bis 29.10.2011
Eröffnung: 16.09. um 20.00 Uhr

Um die Welt besser verstehen zu können, ist zuweilen ihre Verkleinerung hilfreich. Trude Friedrich, Peter Sauerer und Ernst Stark bedienen sich der miniaturisierten Form, um einen individuellen Blick auf die Welt zu werfen. Holz ist für sie das Material, in dem sich Erinnertes, Gesehenes oder Alltägliches am Besten bearbeiten lässt.
Trude Friedrich setzt in ihren Arbeiten Perspektiven des Alltags um. Ihre neuen Arbeiten zeigen fein ausgearbeitete Reliefs mit Staketenzäunen, mannshohen Hecken oder Mauern, niedrige Mäuerchen oder den guten alten Jägerzaum. Sie alle führen die Abgrenzungsversuche von Eigenheimbesitzern in bürgerlichen Wohnvierteln vor Augen; die feine, meisterliche Nachbildung dieser Grenzziehungen verändert jedoch den Blick darauf und lässt diese Bemühungen irritierend und fast absurd wirken.
Peter Sauerer baut die Welt nach, um sie anschließend zu zerstören und wieder zusammen zu flicken. Ob es sich um die maßstabsgerechte Verkleinerung von klassischer Architektur, berühmter Autos aus historisch markanten Situationen oder um die naturgetreue Adaption verschiedener Handfeuerwaffen handelt; der Betrachter kann seine Schaulust ausleben und im Herantreten das Gefühl entwickeln, nie der Situation so nahe gewesen zu sein. Die Bindfäden, die das zersägte Objekt mühsam wieder zusammen halten, zeigen jedoch die Brüchigkeit dieses Bildes.
Ernst Stark nutzt die Widerständigkeit des Materials und das langsame Arbeiten, das erforderlich ist, um aus einem kleinen Holzklotz Gegenstände herauszuarbeiten als Zeitraum, in dem er seine Erinnerungen an das Gesehene oder Erlebte intensivieren kann. Es entstehen Alltagsgegenstände, wie Werkzeuge und Ölkännchen aus Holz oder miniaturisierte Landschaften mit winzigen Menschen oder Fahrzeugen, Bäumen, Blumen oder Tieren. Das in diesem Zusammenhang „fremde“ Material Holz und der blockartige Sockel führen zu einem neuen, ausschnitthaften Blick auf das scheinbar Bekannte.

Die Galerie Kramer wurde 2001 von Jens Schumacher-Kramer und Elke Kramer gegründet. Die Galeristen stellen Positionen von Künstlern vor, die sich durch ein eigenständiges, interessantes Bild- bzw. Skulpturenkonzept auszeichnen.
Jungen und noch unbekannten Absolventen von Kunst-Hochschulen bietet die Galerie ein erstes Ausstellungsforum und fördert ihren Eintritt in den Kunstmarkt.

Ausblick:
Nico Mares, Malerei
11. November 2011 – 8. Januar 2012

Galerie Kramer
Vor dem Steintor 46,
28203 Bremen
Fon (0170) 38 38 009, Fax (0421) 76765
Mi. bis Fr. 15 – 19 Uhr, Sa. 10 – 16 Uhr und nach Vereinbarung,
www.galeriekramer.de

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